Zum Schutz von

Gesundheit  –  Heimat  –  Recht 

Die Gemeinde Oberdorf genehmigt per Januar 2021 trotz über 600 Einsprachen ein Bauprojekt der Swisscom zum Ausbau des geplanten 5G Mobilfunknetzes. Aufgrund der weitgehend unerforschten Risiken dieser Technologie in Bezug auf die Volksgesundheit und grosser Ungereimtheiten der Betreiberfirma Swisscom haben bereits 5 Kantone dem Ausbaus dieser Technologie ein kantonales Moratorium verhängt: ZG, GE, VD, FR, NE. Zudem hat der Grosse Rat des Kantons Genf am 3.3.2020 im Ständerat die Initiative 20.309 «Moratorium für die 5G- (und 4G-plus-) Technologie in der Schweiz» eingereicht, also ein bundesweites, schriftlich begründetes Moratorium, welches sich aktuell in Bearbeitung befindet. Derartige Massnahmen wurden in der Vergangenheit in Zusammenhang mit Mobilfunk noch nie getroffen und sind Ausdruck der vielen ungelösten Problematiken in Bezug auf das geplante 5G-Mobilfunknetz.

5 Gründe, sich zu engagieren

  • gültige Grenzwerte werden massiv überschritten
  • kein glaubwürdiges Messsystem zum Überprüfen der Einhaltung der Grenzwerte 
  • keine wissenschaftlichen Belege für gesundheitliche Unbedenklichkeit
  • Missachtung des verfassungsrechtlich verankerten Vorsorgeprinzips
  • Kinder sind besonders schützenswert und auf Schutz angewiesen

Der neue Mobilfunksender soll just im Wohngebiet Dableten vis-à-vis des Oberdorfer Gemeindeschulhauses errichtet werden.  Die aufs Schulhaus, Kindergarten und Wohnsiedlungen gerichteten 5G-Antennen  mit Sendeleistungen von über 25’000 Watt ERP überschreiten selbst bei minimal möglichem Funknetzbetrieb die Anlagegrenzwerte von 5 V/m in einem Umkreis von 100m um ca. das dreifache.

Unsere Gesundheit ist das wertvollste Gut, das uns geschenkt ist. Ihr stets Sorge zu tragen sollte auch auf politischer Ebene eine Selbstverständlichkeit sein.

Es ist an der Zeit, die zahlreich vorliegenden Forschungsergebnisse zu gesundheitlichen Auswirkungen von dauerhafter EMF-Exposition, insbesondere biologische Wirkungen, zu berücksichtigen und die vielen Bürgerinnen und Bürger, die aufgrund dieser Auswirkungen besorgt sind, ernst zu nehmen und deren Recht auf Schutz anzuerkennen.

Falls auch Sie unsere Interessen teilen, laden wir Sie herzlich ein, mit uns in Kontakt zu treten. Wir sind engagierte Eltern und möchten nicht tatenlos zusehen, wie man useren Kindern und uns die Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit sowie den Schutz vor gesundheitsschädlichen Technologien verwehrt.

Wir haben am 1.3.2021 eine Einsprache gegen die Baubewilligung auf kantonaler Ebene eingereicht, mehr Info dazu im Feld rechts. Falls Sie uns finanziell unterstützen möchten, zB. mit 10.- sFr, um die Kosten dieses Verfahrens bewältigen zu können, sind wir sehr dankbar.

Bankverbindung siehe Menüpunkt SPENDEN

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Kontrolle von adaptiven Antennen fehlt
Erste Verwaltungsgerichtsurteile zu 5G-Antennen

Veröffentlicht am in 5G, Politik, Schweiz

Im Januar 2021 fällten die zwei Verwaltungsgerichte Bern und Zürich – vor dem Erscheinen der Vollzugsempfehlung – die ersten zwei Urteile zu adaptiven Antennen: «Alle bereits bewilligten Antennen brauchen eine neue Baubewilligung, falls sie künftig stärker strahlen sollen» und «Gebaute Antennen können zu höheren Strahlenbelastungen führen als berechnet». Schutz vor Strahlung fordert deshalb, dass diese abgeschaltet werden müssen.

Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern sagt im Urteil Steffisburg, die Antenne dürfe zwar gebaut werden, aber nur so stark wie bewilligt senden. Dies auch dann, wenn die Vollzugsempfehlung etwas Neues empfehlen würde. Das Zürcher Gericht stellt im Fall Winterthur grundsätzlich in Frage, ob die Antennen sich wirklich an die bewilligten Senderichtungen halten werden. Weil Grenzwert-Überschreitungen drohen, weist es das Verfahren an das Baurekursgericht zurück, zur erneuten Beurteilung. Beide Urteile beinhalten wahren Zündstoff, haben enorme Bremswirkung bei der Einführung von 5G und stellen die neu erschienene Vollzugsempfehlung des Bundeamts für Umwelt grundsätzlich in Frage. Und sie führen zur Erkenntnis, dass alle bereits betriebenen adaptiven 5G-Antennen mangels Kontrollmöglichkeiten sofort abgeschaltet werden müssen! Hierbei sind sowohl die Kantone, wie auch die Gemeinden gefordert.

Verringerte Strahlenbelastung, Fortschritt und die selbstfahrenden Autos…

Die Argumente der 5G-Befürworter unter die Lupe genommen

Zur verringerten Strahlenbelastung aufgrund besserer Antennentechnologie ist anzumerken: Das 5G-Netz wird additiv zu den bereits bestehenden Mobilfunknetzwerken 3G und 4G aufgebaut, dh. die bestehenden Netzwerke bestehen weiterhin, es kommt das 5G-Netz dazu. Also kann von Verringerung gar nicht die Rede sein, egal wie gut die Technologie ist. 5G-Antennen sind adaptiv, dh. sie senden nicht mit konstanter Leistung, sondern passen sich dem Bedarf an. Daraus leiten Fachleute der Mobilfunkindustrie ab, dass sich eine stark reduzierte Belastung durch Funkstrahlung ergäbe. Dazu gibt es anzumerken: 5G-Antennen weisen zum Unterschied von 3G und 4G Antennen eine wesentlich höhere Sendeleistung auf, in Zahlen bedeutet das zB. beim Modell ERICSSON AIR 3239b eine max. Sendeleistung von über 25’000 Watt ERP. Verglichen mit Antennen früherer Generationen ist das mehr als das 8-fache. Wenn nun berücksichtigt wird, dass zur Aufrechterhaltung der Netzwerkfunktion mindestens 20% der maximalen Sendeleistung notwendig ist (s. unter Menü BEITRÄGE „Fluri an BAFU“) – gleich wie bei einem Netzfreischalter eine gewisse Spannung im Stromnetz beibehalten werden muss, damit man den Stromkleislauf bei Bedarf aktivieren kann – dann ergibt sich daraus eine minimal mögliche Sendeleistung von 5000 Watt ERP für eine 5G-Antenne vom Typ AIR3239b. Das ist mehr als das Doppelte der stärksten 4G-Antennen. Wenn nun jedoch das Netz entsprechend den Erwartungen der Betreiberfirma genutzt wird, kann der Faktor nur noch ansteigen.

Der Fortschritt und die selbstfahrenden Autos: Jeder, der beruflich mit mobiler Datenübertragung und drahtlosen Netzwerken zu tun hat, weiss aus Erfahrung, wie anfällig diese Netzwerke auf Störungen sind. Verglichen mit dem Stand der Dinge vor 15 Jahren, als vielerorts am Arbeitsplatz ein LAN-Kabelanschluss Standard war, der immer funktionierte, ist die problembehaftete drahtlos-Technologie wenig überzeugend. Die Vorstellung einer Fahrt als Passagier in einem selbstfahrenden Auto, basierend auf einer drahtlosen Netzwerksteuerung, mutet wie ein Himmelfahrtskommando an. Auch vom gesundheitlichen Standpunkt ist diese Vorstellung aufgrund der mit der Funksteuerung einhergehenden Strahlenbelastung nicht gerade einladend. Zudem gibt es dabei fundamentale und ungelöste rechtliche Probleme: wer haftet, wenn eines dieser selbstfahrenden Fahrzeuge ein Kind anfährt oder anderen Schaden verursacht? Was für eine Art von Fortschritt bedeutet ein zusätzliches Netzwerk, das Natur, Umwelt und Tiere ebenso belastet wie die Gesundheit von Menschen?

Und zum Schluss: wer braucht das 5G-Netz so dringend und wofür?

Zu den treibenden Kräften von 5G gehört einerseits die Mobilfunk­ und Elektronikindustrie, die ein großes Interesse daran hat, in immer höherer Kadenz neue Geräte und Abonnements zu verkaufen und unsere Erde mit zusätzlicher Antennen­Infrastruktur zu überziehen. Auch Staaten oder Geheim­dienste sind daran interessiert, möglichst gut über ihre Bürger und Bürgerinnen Bescheid zu wissen und sie rund um die Uhr zu überwachen. In China wird die Überwachung schon seit Langem praktiziert und auch in westlichen Ländern sollen nun als Folge der Corona­Pandemie sogenannte „Tracing­Apps“ eingeführt werden: Für Studenten der HSLU bereits Pflicht, um studieren zu können. Smartphone­Apps, welche jeden Schritt aufzeichnen und die Daten an die Behörden weiterleiten. Datengiganten wie Google oder Amazon können ihre Umsätze mit der Speicherung, Nutzung und dem Handel von persönlichen Daten vervielfachen, je mehr Daten die Nutzer von sich preisgeben. So versprechen sich große Teile von Industrie und Wirtschaft von 5G einen wahren (Geld­)Segen. Was weniger bekannt ist: Bei ca. 60% der Google-Anfragen sowie bei knapp 50 % der vom Internet heruntergeladenen Daten handelt es sich um Anfragen und Daten mit pornografischen Inhalten! Auch dieser Industriezweig freut sich also auf 5G.